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Lehrzeit für Frösche 

 

Kurze  Vorschau

 

 Die Biografie von Fröschen beschäftigte mich genauso, wie meinen Schulfreund Jogi. Als wir in einer, der kuriosen Bio-Stunden, einen Vortrag über das Paarungsverhalten der Kröten, von unserer Lehrerin erhielten. Da die nur 6 oder 7 Jahre älter war, verfolgten wir diese Lehrstunde umso faszinierender. Wir, speziell die Jungs klebten an ihren Lippen wenn sie detailgetreu über das Durcheinander, zum Beispiel bei den Schwanzlurchen während der Paarungszeit berichtete. Biologie war die mit Abstand coolste Unterrichtsstunde, bei solch stimulierenden Themen. Aber Theorie ist meistens anders, als die Praxis. In so mancher Hofpause klaffte die Sicht der Meinungen, auseinander. Schon bei dem 'Ritual', kamen wir an die Grenzen unserer Vorstellungskraft. Wir brauchten trotz der ganzen Theorie, praktische Erfahrungen. Indem ich mit Jogi, die Bereitschaft zur Mitarbeit einer 5 Probandin prüften, stießen wir auf eine Reaktion, die uns überraschte. Da sie ein paar Jahre älter war, vertrauten wir auf ihre Lebenserfahrung. In einem zweimalig wöchentlichen Training sammelte ich Kenntnisse, die für mich unentbehrlich wurden. Jogi war der eher abwartende. Ich habe nicht begriffen, warum der von mir, jede erotische Übungsstunde, bis in alle Kleinigkeiten ERKLÄRT haben wollte. Ich bot ihm an, eine Lehrstunde mit zumachen. Carola, unsere Übungsleiterin, war mit meinem Enthusiasmus mehr als zufrieden. Als Jogi mitkam, tolerierte sie das, blockierte aber anschließend die letzten Übungstermine. «Da ihr zwei aufgeweckte Jungs seid, dürfte es dir Uwe, nicht schwer fallen, ihm die wichtigsten Regeln beizubringen», begründete Carola ihre Entscheidung. Auf jeden Fall war ich perfekt geschult für das Leben, lobte die mich. Schon jetzt sah ich mit Begeisterung auf die kommenden Sommerferien.

   Als Taschenbuch in allen Buchhandlungen

 ISBN: 978-3-750261-40-2

 

..als  ebook  : ISBN: 978-3-7438-7976-8

 

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  Deine Kraft um zu leben

nur wer aufgibt hat verloren

          

  Leseprobe

     

Diese Geschichte basiert auf Erlebnissen und Erfahrungen mit der schrecklichsten Geißel der Menschheit, dem Krebs. Den jeweils Betroffenen soll diese Erfahrung helfen, die Angst der Hilflosigkeit zu überwinden, dabei Mut machen, den steinernen Weg mit allen Höhen und Tiefen zu gehen, um weiter zu leben.

Keiner sollte alleinstehen, es gibt immer jemand, der DIR zur Seite steht.

DU schaffst das, weil DU das willst.

Zusammen mit DEINER Familie und Betroffenen zu kämpfen.

DU musst das nur WOLLEN.

Diese Last lässt sich zusammen BESSER tragen.

 

Da sitze ich nun also hier, in einem Raum mit steriler weißer Wandfarbe und jeder Menge Computer am Bettgestell. Jedes Mal jagt mir ein Schauer über den Rücken, wenn sie Töne abgeben. Bei dem Anblick der ununterbrochenen Sinuskurven mit den farbigen Zahlen auf dem Monitor, verkrampft sich mein Magen. Es ist gut, dass mein Schließmuskel noch perfekt, funktioniert.

Im Nachbarbett schläft ein junger Mann, der sicherlich auch auf seine OP wartet. Oder hat er sie schon hinter sich? Jedenfalls sieht er zufrieden aus. Das machte mir auch wieder Mut.

Plötzlich wird die Zimmertür aufgerissen! Wie ein Blitz zuckt es mir durch den Körper! Mein Nachbar sitzt im Bett, seiner Mimik nach zu urteilen weis er, wer kommt.

»Herr Kirsch, wir werden noch Blut abnehmen und ihre stationäre Einweisung muss ich auch noch fertigmachen«, keucht mir eine kleine untersetzte Schwester entgegen, die bestimmt ihren Feierabend zu verpassen scheint.

„Wollen wir rechts oder links zapfen?“

»Mir ist das Wurst!«, mehr will ich ihr dazu nicht sagen, denn die scheint ohnehin jede Menge zu schnattern. Willenlos lege ich meinen rechten Arm auf die Unterlage und schiebe meinen Ärmel über den schlaffen Bizeps. Nach dem Erlebnis der Blutentnahme, durch die sehr schnell sprechende Schwester, klären wir die Detailfragen, wie sie bei einer Stationsaufnahme üblich sind. Nachdem sie sich durch den medizinischen Fragewald gearbeitet hat, klärt sie mich noch über die Hierarchie auf der Station auf, sie teilte mir noch mit, dass der Oberarzt gleichzeitig mein Chirurg sein wird, mit anderen Worten, ich soll mich auf dem Zimmer aufhalten. Nach dieser Belehrung, die mir vorkommt wie eine Gebrauchsanweisung für unmündige Patienten, verlässt sie Gott sei Dank das Zimmer. Ich wünsch mir, dieses Stresshuhn nicht so bald wieder zu sehen. Damit war für mich, auch die Mimik meines Bettnachbarn aufgeklärt.

»Hi, ich bin Toni. Ist die ‚Patrona‘ endlich weg? Wenn die ungeheuer gut drauf ist, kannst du dich frisch machen. Am besten, immer schlafend stellen oder Ruhe suchen, sonst geht die dir mit ihrer Stimmlage voll auf die Nüsse.«

Ich spüre, zwischen uns beiden scheint die Chemie zu stimmen, da beginnt sich ein angenehmes Gespräch zu entwickeln. Erneut geht die Tür auf. Der Oberarzt betritt das Zimmer, groß wie Herkules, nur rotblond gelockt, mit offenem Kittel. Sein Blick fällt auf das Namensschild am Bettgestell. »Herr Kirsch, mein Name ist Schäfer, ich bin der Oberarzt von der Chirurgischen.«

Er setzt sich neben mich an den Tisch, legt einen Fragebogen vor sich und zückt seinen Kugelschreiber. Dabei weht mir eine Knoblauchfahne aus seiner Richtung herüber.

»Da sie hier sind, gehe ich davon aus, dass sie im Vorgespräch mit Dr. Prätorius alle anstehenden Fragen zu dem Tumor geklärt haben. Als ihr Operateur bin ich hier, um Ihnen das Prozedere der OP zu erläutern, sollten sie Fragen haben, dann haben sie bitte keine Hemmungen. Ihre OP wird morgen früh acht Uhr sein. Geplant sind vier Stunden, aber sie brauchen sich nicht zu beunruhigen. Wir haben bisher jeden Patienten wieder zusammengeflickt, die springen alle wieder.« Dabei fiel ihm meine klar ersichtliche Zurückhaltung auf.

»Meine Knobifahne kommt vom Besuch beim Griechen, gleich hier um die Ecke. Der hatte unser ganzes OP-Team eingeladen, weil wir seinen Bruder nach einem Crash wieder zusammen genäht haben. Entschuldigung dafür. Was haben sie jetzt noch für Fragen Herr Kirsch?«

Wenn der wüsste, wie mir das, glatt am Arsch vorbei geht. Ändern lässt sich nichts und eine andere Chance gibt es nicht. So cool wie der ist, brauche ich keine Angst zu haben. »Können sie mir eventuell für die Nacht, ein paar ‘Leck-mich-am-Arsch-Tabletten‘ verordnen?«

»Na klar, aber ich denke mal, eine wird reichen. Sollten sie sonst noch Probleme haben, dann wissen sie ja, wo sich die Klingel befindet!« Damit verabschiedet er sich.

Mir läuft schon wieder, reine Gänsehaut über den ganzen Körper, die sich bis unter die Gürtellinie ausbreitet. Bildlich stelle ich mir vor, wie der mit Skalpell und einer Flex an mir schnippelt, und zu guter Letzt, wie das tapfere Schneiderlein, mit Nadel und Faden alles wieder zusammen näht. In dem Moment erzählt mir mein Zimmernachbar, »eh, das ist ja ein ganz Netter. Ich finde den richtig cool. Der kam auch vor der der Operation zu mir, das hatte mich schon beruhigt, seine ganze Art, und wie locker der ist«.                                       ..

 

 

als  eBook

ISBN: 978-3-7487-1958-8

 Als Taschenbuch in allen Buchhandlungen

ISBN : 978-3-750261-66-2